heartless. homeless.

Zwei Mieten nicht bezahlt. Kündigung. Zwangsräumung. Straße.
Der Name fehlt im Mietvertrag. Streit. Trennung. Straße.
Wieso & wie lebt wer auf der Straße?

STATISTIK

Zur Verbesserung der Armuts- und Reichtumsberichterstattung des Bundes sowie der Informationsgrundlage für politisches Handeln wird eine Erhebung über Personen, die wohnungslos sind, als Bundesstatistik durchgeführt.

QUELLE: Wohnungslosenberichterstattungsgesetz (WoBerichtsG) Art. 1 § 1 Satz 1.

FRAUEN

Geldnot ist der offensichtlichste Grund, warum Menschen ihre Wohnung verlieren. Allerdings zeigt dies nur die Spitze des Eisbergs, die tatsächlichen Ursachen liegen tiefer.

Jobverlust bzw. prekäre Arbeitsverhältnisse führen schnell zu finanziellen Engpässen. Jeder kann in so eine Situation geraten. Eine Ausbildung allein ist keine Garantie für gut situierte Lebensverhältnisse. Manchmal bekommt man keine Arbeitsstelle in seinem erlernten Beruf oder eben nur eine Teilzeitbeschäftigung. Selbst beim besten Willen lassen sich allein davon die monatlichen Kosten langfristig nicht adäquat decken. Mietschulden können sich anhäufen & es kommt zur Kündigung des Mietvertrags.

Des Weiteren fördern Gewalterfahrungen in Liebesbeziehungen ein Abhängigkeitsverhältnis, aus dem man mit fortschreitender Zeit immer schwerer ausbrechen kann. Zu Beginn jeder Missbrauchserfahrung steht die Isolation, sowohl sozial als auch beruflich – also finanziell. Da dies schleichend passiert, merken die Betroffenen die dramatischen Auswirkungen erst, wenn sie kaum noch in der Lage sind, sich selbst zu helfen. Als letzter Ausweg werden dann nur noch die Frauenhäuser, andere Notunterkünfte oder eben die Straße gesehen.

Apropos – gesehen werden. Frauen leben viel häufiger in einer verdeckten Obdachlosigkeit. Zum einen kommt es zur Wohnungsprostitution, d. h. Beziehungen werden so aufrechterhalten, um zumindest einen Schlafplatz zu haben. Dadurch sind die jeweiligen Frauen zwar rein rechtlich obdachlos, werden jedoch nicht als wohnungslos auf der Straße von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Zum anderen sind insbesondere bei älteren Frauen die Schande & Scham groß, weil sie nicht um Hilfe bitten wollen. Unabhängig, ob dies bei Passanten in der Fußgängerzone der Fall ist oder für Behörden gilt, bei denen sie in der Vergangenheit negativen Rückmeldungen ausgesetzt waren.

SOCIAL PERIOD e. V.

Nun ändert sich allein aufgrund der Wohnungslosigkeit die Tatsache nicht, weiterhin eine Frau zu sein. D. h., der Körper verhält sich genauso, als ob er sich in geschützten Lebensverhältnissen befinden würde.

Allerdings fehlen inzwischen die Möglichkeiten zur regelmäßigen Hygiene, auch der weiblichen. Doch die Natur fordert diese ein, also werden Hygieneartikel z. B. länger verwendet als empfohlen. Dadurch kann es zu ungewollten Infektionen kommen. Ebenso stellt nicht vorhandenes, fließendes sowie heißes Wasser ein Problem dar, dass Krankheiten hervorrufen kann.

Social Period e. V. geht diese Problematik in Form von Spendenaktionen an. Menschen können beispielsweise in Drogerien Hygieneartikel für Frauen kaufen & diese in extra dafür aufgestellte Spendenboxen einwerfen.

Warum gibt es dieses Projekt bisher nur in Berlin? Wem ähnliche Hilfsprojekte in seiner Stadt bekannt sind, dem bin ich über Informationen dazu sehr dankbar. 😉

HOUSING FIRST

Muss man sich seinen Wohnraum verdienen? Muss man ein makelloser Mensch sein, um in den eigenen vier Wänden leben zu dürfen? Ab wann verliert man sein Recht auf ein würdevolles Leben?

Beim Projekt HOUSING FIRST wird die Würde eines jeden (!) Menschen geachtet & respektiert. Zur Verfügung gestellte Wohnungen werden an keine Verpflichtungen geknüpft. Allerdings werden Hilfsangebote zur Verfügung gestellt, deren Inanspruchnahme auf Freiwilligkeit beruht. Beispielsweise, um eine neue Arbeitsstelle zu finden, um psychische Erkrankungen zu behandeln oder um Suchterfahrungen in der Zukunft zu mindern. Bisher zeigt sich HOUSING FIRST als äußerst erfolgreicher Ansatz, den ich selbst auch befürworte. Immerhin ist die intrinsische Motivation doch die effektivste. Es wird zudem deutlich, dass Menschen, denen die Chance auf eine neue Perspektive geboten wird, diese in den meisten Fällen dankend nutzen.

FAZIT

Das Vorhandensein einer Statistik ist ein guter Anfang, um sich einen mengenmäßigen Überblick bzgl. der aktuellen Zahlen an wohnungslosen Menschen zu verschaffen. Allerdings nur, um Hilfsprojekte, wie z. B. HOUSING FIRST, in naher Zukunft deutschlandweit realisieren zu können. Langfristig sollten sich die Prioritäten verschieben, um dem Thema Wohnungslosigkeit zu begegnen. Nicht die Notversorgung sollte an erster Stelle stehen, sondern die Prävention eben dieser.

Oder wie siehst du das? 🙂

QUELLEN:

https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze-und-Gesetzesvorhaben/wohnungslosenberichterstattungsgesetz.html

https://www.rechtsanwalt-schwartmann.de/mieter-zahlt-miete-nicht/

https://www.anwalt-suchservice.de/rechtstipps/raeumung_teil_ii_wie_laeuft_eine_zwangsraeumung_ab_23717.html

https://www.deutschlandfunkkultur.de/obdachlose-frauen-ein-verstecktes-leben-ohne-eigene-wohnung.1001.de.html?dram:article_id=467317

https://www.vice.com/de/article/xgqwa7/obdachlose-frauen-erzahlen-wie-qualvoll-ihre-periode-ist

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/menstruation-hygieneartikel-fuer-obdachlose-frauen

https://www.socialperiod.org/

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